Ideenklau tut weh und ist echt mies!

Ich erinnere mich noch genau, als ich meine Idee zur zusätzlichen Bindung von Auszubildenden in einer Arbeitsgruppe einbrachte. Als es dann um die Vorstellung der Ideen im gesamten Workshop ging, war ein Kollege aus der Arbeitsgruppe vor mir dran und brachte meine Idee vor.

Zunächst war ich überrascht und sprachlos, dann ärgerlich und anschließend total enttäuscht. Und zwar auch von mir, weil ich nicht den Mut hatte, es in dieser großen Runde kund zu tun, dass es meine Idee gewesen ist. Ich war total unsicher, wie ich nun darauf reagieren sollte und habe es dann gelassen. Hinterher habe ich mir Vorwürfe gemacht, warum ich nicht aufgestanden bin und diese Idee als meine deklariert habe.

Ist Dir das auch schon einmal passiert?

Heute gehe ich so vor:

  1. Ärgern und jammern bringt nichts, außer dass bei Dir eine Negativspirale erzeugt wird. Sie zieht Dich runter und lähmt Dich in deinem weiteren Tun. Also den Ärger beiseite schieben.
  2. Reflektieren, wie es dazu gekommen ist. Ist es schon häufiger passiert, dass Dir die Idee geklaut wurde? Mit wem hast Du über diese Idee gesprochen? War es immer der gleiche Kollege?
  3. Den Kollegen zur Rede stellen und ihn bitten, die Sache „gerade zu rücken“. Wenn das nicht passiert, sich gut überlegen, ob es etwas bringt sich an den Vorgesetzten zu wenden. Mit so einer Aktion kannst Du Dich schnell ins Abseits rücken.
  4. Wenn im Meeting Deine Idee von jemand anderen vorgetragen wird, sich zu Wort melden und folgendes sagen: „Vielen Dank lieber Kollege, dass Sie meine Idee so hervorragend vorgetragen haben. Hier noch meine Ergänzungen.“ Dieses Vorgehens bedarf allerdings viel Mut. Doch so zeigst Du Deine Grenzen auf und der Kollege lernt, dass Du Dir nichts gefallen lässt. Wenn Du Deine Idee vorher mit jemand besprichst, dann lass nicht alle Info´s raus, bleibe also vage, so dass Du dann wirklich mit den Ergänzungen  punkten kannst.
  5. Wenn es um wirklich wichtige und bahnbrechende Ideen geht, hinterlege Deine Idee schriftlich bei einer vertrauenswürdigen Person, eventuell sogar beim Notar. So kannst Du nachweisen, dass Du die erste warst, die diese Idee hatte.
  6. Wenn dein Chef Dir die Ideen klaut, dann ist es noch wichtiger die weiteren Schritte gut zu überlegen. Wenn Du Deinen Chef von anderen bloß stellst, dann verscherzt zu Dir so einiges – gute Zusammenarbeit, Weiterentwicklung und Aufstiegsmöglichkeiten usw. Ist es jedoch für Dich eine Herzensangelegenheit mit ihm darüber zu sprechen, dann sprich ihn bitte sehr sensibel auf dieses Thema an und erkläre ehrlich, dass Du enttäuscht bist, Du aber keine öffentliche Klarstellung beabsichtigst.

Es ist und bleibt ein sehr sensibles Thema. Oftmals ist es dem Kollegen gar nicht bewusst, dass er eine Idee geklaut hat, weil sie im Gespräch nur einmal gefallen ist. Um vorzubeugen, solltest Du Deine Unterlagen schützen damit nicht jeder Einsicht hat.

Ärger beiseiteschieben – reflektieren – überlegen – entscheiden, entweder nichts weiter tun, oder sensibel handeln.

Bevor Du Dich zum Handeln entschließt, frage Dich  immer: „Bringt es mich weiter?“

Schreibe doch Deine Erfahrung hier in den Kommentar.

Liebe Grüße

Heidrun