Ich probiere gerade ein neues Rezept aus, Pizza mit Blumenkohlboden, da erzählt mir meine Tochter von den Ereignissen in ihrem Büro. Gedanklich bin ich jedoch gerade bei einer Problemlösung für einen Kunden. Ein paar Tage später meldet sich meine Tochter ganz aufgebracht, warum ich denn nicht zur Verabredung komme? „Verabredung?“ frage ich. „Ja, haben wir doch vereinbart, als du Pizza gebacken hast!“ erwidert sie.

Ups! Nicht zugehört!

Fazit: Meine Tochter war total beleidigt und aufgebracht, weil ich ihr nicht richtig zugehört habe. Zu Recht. Denn wieviel Wertschätzung habe ich damit an den Tag gelegt? Keine Glanzleistung, Leider.

Im Privaten mag man so etwas schnell wieder ausgebügelt bekommen. Doch im Berufs- und Geschäftsleben sieht das schon anders aus.

Was zeichnet aktives ZUHÖREN aus?

Gieb dem Sprecher deine VOLLE Aufmerksamkeit, indem du in ANSCHAUST, Zustimmung durch Kopfnicken und Laute wie „ja“, „mhm“ oder „aha“ von dir gibst und ihn stets AUSREDEN lässt.  Und was sich gerade bei Verhandlungen bewährt hat, ist das Gesagte ZUSAMMENZUFASSEN.

Welche Vorteile ergeben sich nun aus dem aktiven ZUHÖREN?

  1. Ich nehme meinen Gesprächspartner wahr und zeige Respekt. Er oder sie ist gerade die wichtigste Person für mich. Und daher ist jede Ablenkung Gift für das Gespräch.
  2. Ich erhalte die nötigen Informationen für mein weiteres Vorgehen, indem ich meinen Gesprächspartner ausreden lasse. Wenn ich ihn unterbreche und schon vorzeitig etwas anbiete oder meine Sichtweise vorbringe, entgehen mir ausschlaggebende Fakten, die für das Gespräch vielleicht sehr wertvoll sind.
  3. Die Punkte 1 und 2 verbessern das Gesprächsklima. Egal um was es im Gespräch auch geht, ohne Respekt dem anderen gegenüber, und dazu gehört auch das Ausreden, wird sich der andere nicht wohlfühlen bei dem Gespräch und das kann äußerst negative Konsequenzen haben.
  4. Mit der Zeit, die ich mit dem Ausreden gewinne, kann ich mich auf mein weiteres Vorgehen konzentrieren. Wie oft bereut man es, etwas vorschnell geantwortet zu haben.
  5. Mit der Zusammenfassung vermeide ich Missverständnisse. Denn so kann ich eindeutig feststellen, dass das, was ich gehört habe, auch das ist, was mein Verhandlungspartner ausdrücken wollte.

Was habe ich nun, neben dem neuen Rezept – das war übrigens sehr lecker – noch gelernt?

Wie ich behandelt werden will, so behandele auch andere! Ich möchte wahrgenommen und mit Respekt behandelt werden, also höre ich meinen Gesprächspartner AKTIV zu.

Wie stehst Du denn dazu? Reden oder schweigen?